Krankengymnastik

Die Krankengymnastik dient in erster Linie der Prävention und Therapie physischer, also körperlicher Beschwerden. Dazu kennt die Krankengymnastik eine Vielzahl an therapeutischen Übungen, Trainings, Techniken und Methoden, um Betroffenen bei ihren Beschwerden zu helfen. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber sagt, wann Sie Krankengymnastik betreiben sollten, nennt gängige Methoden und klärt auch über eventuelle Risiken auf.

Was ist Krankengymnastik?

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Krankengymnastik ist ein Begriff, der im Prinzip synonym zum heute aktuelleren Begriff Physiotherapie verwendet wird. Unter den beiden Begriffen versteht man eine ärztlich verordnete Behandlung bei eingeschränkten physischen Fähigkeiten oder Schmerzen. Gerade bei derartigen Beschwerden ist die Krankengymnastik zudem eine fähige Ergänzung oder manchmal sogar Alternative zu Operationen oder Medikamenten. In der praktischen Umsetzung baut die Krankengymnastik auf Bewegungsübungen, Massagen oder Lymphdrainagen.

Wo findet Krankengymnastik statt?

Derartige Methoden können in mehreren Umfeldern stattfinden. Häufig besuchen Patienten ihren Physiotherapeuten in dessen Praxis. Doch auch andersherum kann sich Krankengymnastik abspielen, etwa dann, wenn Krankengymnastik in Gruppen stattfindet. Das kann zum Beispiel in Alten- oder Pflegeheimen oder auch im Schwimmbad passieren. Alternativ kann die mobile oder ambulante Krankengymnastik auch bei den Patienten zu Hause stattfinden, was den Vorteil hat, dass diese ihre Übungen dann auch im heimatlichen Umfeld selbst wiederholen können.

Welche Methoden der Krankengymnastik gibt es?

Dabei findet Krankengymnastik meist nach einem bestimmten Modell statt, das wiederum auch auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sein muss:

  • Krankengymnastik nach Bobath: Neurologischer Schwerpunkt, basierend auf repetitiven Bewegungsabläufen (mehr zur Bobath-Therapie)
  • Krankengymnastik nach Vojta: Druck-Reflex-Therapie zur Reaktivierung von Muskelfunktion
  • Krankengymnastik nach Schroth: Förderung aufrechter Haltung bei Wirbelsäulenproblemen.
  • CMD Krankengymnastik: Kieferbehandlung bei einer craniomandibulären Disfunktion (CMD), sprich einer Fehlfunktion des Kauapparates (hier finden Sie mehr zur CMD Behandlung).
  • Sport-Krankengymnastik: Hauptsächlich Vorbeugung und Behandlung von Sportverletzungen, erzielt durch Dehnen, Aufwärmen und physiotherapeutischen Bewegungsmodellen.
  • Rückentraining: Der Rücken, einer der größten Bereiche für physische Beschwerden im menschlichen Körper, kann durch gezielte Bewegungsabläufe im Rückentraining gestärkt werden. Es hilft, Beschwerden vorzubeugen, aber auch akut, um sie zu bekämpfen.
  • Rückenschule: Die Rückenschule geht noch einen Schritt weiter und hilft den Patienten, sich selbst zu helfen. Dazu vermittelt die Rückenschule Trainingsmethoden, Verhaltensweisen und Grundregeln für einen rückenbewussten Alltag.

Wann ist Krankengymnastik erforderlich?

Eine oder mehrere der bekannten Methoden der Krankengymnastik können bei verschiedenen Krankheitsbildern erforderlich sein. Vor allem bei Rückenschmerzen oder Erkrankungen der Extremitäten (Arme und Beine) sowie bei Brüchen, Traumata oder Operationen ist die Krankengymnastik erforderlich, um die betroffenen Bereiche zu behandeln. Zudem können auch bestimmte Nervenkrankheiten oder Organerkrankungen die Krankengymnastik erforderlich machen.

Wie verläuft die Krankengymnastik?

Hat ein Arzt die Krankengymnastik verordnet, geht der Physiotherapeut den Beschwerden auf den Grund, sprich er ergründet die Krankengeschichte (Anamnese) und lokalisiert den Schmerz auf Basis der Beweglichkeit an den bewussten Körperpartien. Aus dem Gespräch mit dem Patienten und der Belastungsprobe ergibt sich die Diagnose und damit der Therapieplan, inkl. der jeweiligen Methode. Diese werden in regelmäßigen Abständen (entweder unter Mithilfe und/oder Beobachtung des Physiotherapeuten oder auch nur durch den Patienten) durch entsprechende Übungen durchgeführt, um die Beweglichkeit und die Durchblutung zu fördern und gleichzeitig Versteifungen zu vermeiden.

Gibt es bei der Krankengymnastik Risiken?

Auf Basis von Anamnese und Diagnose wird ein guter Physiotherapeut eine ebenso effektive wie auch risikofreie Therapie für Ihre Beschwerden auswählen. Risiken ergeben sich hierbei nur, wenn die Übungen nicht regelmäßig oder gar falsch durchgeführt werden. Dann können andere Verletzungen auftreten, die sogar selbst wieder Krankengymnastik erfordern könnten. Ideal ist eine gute Anleitung durch den Physiotherapeuten sowie auch eine konsequente und gewissenhafte Fortführung der Übungen im heimischen Umfeld.



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