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KGG – Krankengymnastik am Gerät

KGG – Krankengymnastik am Gerät

Krankengymnastik am Gerät ist eine von vielen Physiotherapeuten empfohlene und auch geschätzte Ergänzung zu benachbarten physiotherapeutischen Behandlungen, wie zum Beispiel Krankengymnastik oder manuelle Therapie. Je nachdem, welche Beschwerden Sie haben und welchen Therapieansatz der Physiotherapeut für deren Behandlung verfolgt, ergeben sich aus der Krankengymnastik am Gerät (KGG) mehrere Behandlungsansätze. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber stellt diese Ansätze vor, wann Krankengymnastik am Gerät für Sie geeignet ist und welche Geräte dabei zum Einsatz kommen können.

Was ist KGG?

krankengymnastik am geraet
© kzenon - istockphotos.com

Bei der Krankengymnastik am Gerät handelt es sich um einen Therapieansatz der Physiotherapie, der sich besonders individuell auf die Bedürfnisse, bzw. Beschwerden des Patienten anwenden lässt. Eine KGG dauert länger und ist aktiver als zum Beispiel eine Einheit Krankengymnastik, bei der eher passiv mit dem Patienten gearbeitet wird. Letztere liegt in der Regel bei ca. 20 Minuten, während die KGG eine volle Zeitstunde dauert. Zudem findet die KGG als individuelle medizinische Trainingstherapie meist nur in Kleingruppen, manchmal auch allein mit dem Physiotherapeuten statt.

Was bewirkt die Krankengymnastik am Gerät?

Es kommt ganz darauf an, inwiefern Sie allein mit Ihren Beschwerden sind, die die KGG erfordern. Generell soll die Krankengymnastik am Gerät aber helfen, die Muskulatur aus- bzw. aufzubauen, um so Ihren Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, Rehabilitation zu fördern, Muskelfunktionen zu verbessern und Stützgewebe (Faszien) zu stärken. Zudem gilt die Krankengymnastik am Gerät als ideale, passende Ergänzung zu artverwandten Trainings- und Therapiemethoden, wie der manuellen Therapie oder Krankengymnastik. Das ideale Ergebnis der Krankengymnastik am Gerät ist das Wiedererlangen der normalen Motorik sowie der normalen Belastbarkeit des Bewegungsapparates und somit eine Alltagsgestaltung ohne Beschwerden.

Welche Geräte werden verwendet?

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© Eoneren - istockphotos.com

Im Prinzip ähneln viele Geräte, die in der KGG verwendet werden normalen Fintess-Geräten. Allerdings müssen sie bestimmten gesetzlichen Vorgaben entsprechen, um in der Krankengymnastik am Gerät verwendet werden zu dürfen. Zudem kommt es darauf an, dass die nötigen Übungen damit durchführbar sind. Geeignete Geräte sind zum Beispiel:

  • Therapiestuhl
  • (Koffer-)Behandlungsliege
  • Seilzüge
  • Bänder
  • Funktionsstemme
  • Rumpfheber
  • Pezziball
  • Kreisel
  • Ergometer
  • Trainings- und Kraftstationen

Als mögliche Ansatzpunkte für die Krankengymnastik am Gerät gelten:

  • Schmerztherapie
  • Herstellung von Funktionen
  • Rekonditionierung
  • Kraftausbau oder -Wiederherstellung
  • Bewegungsfunktionen wiederherstellen
  • Verbesserung der Muskelstrukturen

Basis der Ausführung der Krankengymnastik am Gerät ist zunächst eine Anamnese und ein Befund über Ihren körperlichen Zustand. Hierbei spielen natürlich Schmerzen, Einschränkungen im Bewegungsapparat und Funktionsstörungen eine wichtige Rolle für die Ausrichtung der Krankengymnastik am Gerät.

Krankengymnastik am Gerät ist immer individuell

Wie Sie hier schon erkennen können, ist Krankengymnastik am Gerät immer individuell, weswegen auch die KGG-Gruppen meist sehr klein ausfallen. Doch auch dem individuellen Therapie-Erfolg sind diese kleinen Gruppen sehr zuträglich. Ziele wie Re-Mobilisierung, Schmerzlinderung oder eine verbesserte Motorik lassen sich in der Krankengymnastik am Gerät am besten durch einen ausgefeilten, individuellen Trainingsplan erreichen.

Wann Krankengymnastik am Gerät?

Doch welche Beschwerden oder Krankheiten sind eigentlich Indikationen für die KGG? Im Prinzip kann nahezu jeder von der Krankengymnastik am Gerät profitieren, vom Leistungssportler bis zum psychisch Erkrankten. Sowohl akute Verletzungen als auch chronische Leiden können mit der Krankengymnastik am Gerät therapiert werden, das gilt auch für jedes Alter, vom Säugling bis zum Rentner. Besonders bei folgenden Beschwerden und Krankheitsbildern eignet sich die Krankengymnastik am Gerät für Sie sehr gut:

  • Gleichgewichtsprobleme
  • Beschwerden mit dem Bewegungsapparat
  • Psychische Erkrankungen
  • Unfallverletzungen und Traumata
  • Neurologische Erkrankungen
  • Bandscheibenvorfall
  • Fehlstellungen der Wirbelsäule
  • Gleitwirbel
  • Sportverletzungen
  • Osteoporose
  • Haltungsschwäche

Für wen ist KGG nicht geeignet?

Krankengymnastik am Gerät spricht also eine breite Masse an möglichen Patienten mit einer ebenfalls breiten Palette an Beschwerden an. Wenn Sie jedoch an einer akuten Entzündung leiden, Fieber haben und körperlich geschwächt sind, ist Ihnen von der Krankengymnastik am Gerät ebenso abzuraten, wie von einem Besuch im Fitness-Center oder einem Waldlauf. Das gilt ebenso bei Kreislaufschwächen oder Herzerkrankungen.

Zahlen die Krankenkassen?

Sofern Sie jedoch nicht zu diesen Risikogruppen gehören, sondern zu der eher sehr großen Gruppe, für die sich eine KGG lohnt, kann Ihr Arzt Ihnen die Krankengymnastik am Gerät verschreiben. Dies ist dann wiederum die Voraussetzung dafür, dass die Krankenkassen die Krankengymnastik am Gerät zahlen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen meist zunächst bis zu 18 Sitzungen. Sofern anschließend noch weiterer Bedarf attestiert wird, kann die Kassenleistung auch fortgesetzt werden.



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