Bandscheibenvorfall: Ursache, Symptome, Behandlung

Bei einem Bandscheibenvorfall verschieben sich die wichtigen Polster zwischen den Wirbeln, was für empfindliche Schmerzen sorgen kann. So mancher Bandscheibenvorfall ist aber in Sachen Schmerzen auch gar nicht zu bemerken. Oft gehen damit aber große Beschwerden wie sogar möglicherweise auch Lähmungen einher. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber sagt Ihnen, wann Sie besonders anfällig für einen Bandscheibenvorfall sind, welche Symptome es gibt und wie man den Bandscheibenvorfall behandeln kann.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Bandscheibenvorfall
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Die Bandscheiben sind gallertartige Puffer zwischen den Wirbeln unserer Wirbelsäule. Sie werden von einem Ring aus Bindegewebe gehalten, wenn sie aber dennoch bei einem Bandscheibenvorfall verrutschen, bricht die Hülle und der Gallertkern kann Masse austreten lassen. Diese wiederum trifft auf die lokalen Nerven, was Schmerzen hervorruft. So mancher Bandscheibenvorfall macht sich gar nicht bemerkbar, aber es gibt gleichzeitig auch Fälle, bei denen sich die typischen Symptome zeigen.

Bandscheibenvorfall: Symptome

Entlang der Wirbelsäule verlaufen sowohl das Rückenmark, als auch Nervenwurzeln. Bei einem Bandscheibenvorfall werden genau diese Nervenwurzeln tangiert und es stellen sich Schmerzen in Armen oder Beinen ein und es können verschiedene Symptome von gestörten Gefühlswahrnehmungen auftreten, wie zum Beispiel Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den entsprechenden Extremitäten und sogar Lähmungen können im Extremfall im Zuge eines Bandscheibenvorfalls auftreten.

Wo entsteht der Bandscheibenvorfall?

Wo genau die Symptome des Bandscheibenvorfalls auftreten, hängt natürlich auch von seinem Auftreten ab. Will sagen, die Stelle der beeinträchtigten Nervenwurzel ist auch Ausgangspunkt für die Symptome. Meistens sind die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall von der Lendenwirbelsäule ausgehend, in selteneren Fällen auch von der Halswirbelsäule oder dem Bereich der Brustwirbel.

Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (HWS)

Und damit in die Verortung des Bandscheibenvorfalls und die Wirbelsäulenbereiche, in denen ein Bandscheibenvorfall auftreten kann, begonnen mit dem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule. Der zervikale Bandscheibenvorfall ereignet sich häufig im Bereich zwischen dem 5. und 7. Halswirbel und lässt in den Arm Schmerzen ausstrahlen. Zudem können sich Störungen bei Empfindungen oder auch Lähmungserscheinungen zeigen.

Bandscheibenvorfall an der Brustwirbelsäule (BWS)

Der Bandscheibenvorfall an der Brustwirbelsäule tritt im Vergleich zu Bandscheibenvorfällen in Hals- oder Lendenwirbelbereich nur sehr selten auf. In Fachkreisen auch thorkaler Bandscheibenvorfall genannt, sorgt der Bandscheibenvorfall BWS im betroffenen Bereich für Rückenschmerzen. In manchen Fällen können auch Schmerzen in die vom betroffenen Nerv versorgten Körperbereiche ausstrahlen.

Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule

Der lumbale Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) entsteht in den meisten Fällen im Bereich des vierten oder fünften Lendenwirbels und dem ersten Steißbeinwirbel. Ein typisches Symptom ist das Schmerzausstrahlen in ein Bein. Dabei betrifft der Bandscheibenvorfall den Ischiasnerv und verursacht somit eine Ischialgie.

Ursachen für den Bandscheibenvorfall

Schon an dieser möglichen Verortung des Bandscheibenvorfalls ist zu erkennen, dass viele Bandscheiben für die Beschwerden des Bandscheibenvorfalls sorgen können. Das tun sie in der Regel wegen belastungs- oder altersbedingter Faktoren. Ursache Nummer eins sind hier die Bindegeweberinge rund um die Bandscheiben, die ihre stabilisierende Funktion nicht mehr ausführen können und so den Gallertkern austreten lassen. Der so ausgeübte Druck auf die Nervenwurzeln und die dadurch entstehenden Schmerzen sind vor allem auf Bewegungsmangel und Übergewicht zurückzuführen. Auch wenig ausgeprägte Rücken- und Bauchmuskulatur begünstigen einen Bandscheibenvorfall. Das heißt im Umkehrschluss: Kurze Strecken nach Möglichkeit zu Fuß bewältigen, statt mit dem Auto zu fahren, Sport treiben und auf die Ernährung achten. Eventuell kann auch ein stärkendes Rückentraining den Bandscheibenvorfall verhindern.

Woher weiß man, ob man einen Bandscheibenvorfall hat?

Auf Basis der Symptome kann ein erster Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall gehegt werden. Doch auch diese Symptome müssen nicht unbedingt auf einen Bandscheibenvorfall zurückgehen. Um die Diagnose zu stellen, nimmt der Physiotherapeut eine Anamnese vor, informiert sich also zunächst über die Krankheitsgeschichte des Patienten. Anschließend werden in einer Voruntersuchung die Reflexe und Gefühle in Beinen und Füßen geprüft. Werden hier Fehlfunktionen, zum Beispiel Taubheit oder gar Lähmungserscheinungen, festgestellt, kann ein Bandscheibenvorfall vorliegen.

Tomografien bei Bandscheibenvorfall

Wenn sich der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall erhärtet, kann dieser anhand bildgebender Verfahren bestärkt werden. Dazu werden die radiologischen Verfahren der Computertomografie (CT) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) angewandt. Röntgenaufnahmen sind hier eher nicht hilfreich, da sie lediglich Knochenstrukturen und nicht die Bandscheiben darstellen können.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Ist der Bandscheibenvorfall diagnostiziert, gibt es verschiedene Behandlungsansätze. Einer davon ist der operative Ansatz, der jedoch in vielen Fällen auch durch bloße Schonung, Sport oder Schmerztherapie ersetzt werden kann. Meistens wird die Behandlung des Bandscheibenvorfalls durch einen Physiotherapeuten begleitet. Dazu gibt der Physiotherapeut bestimmte Bewegungsmuster vor, die die Rehabilitation unterstützen. Diese muss ansonsten auch ambulant oder stationär durch einen Fachmann unterstützt werden.



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