Tennisarm

Unter dem Begriff Tennisarm ist ein muskuläres Belastungssyndrom bekannt, das sich durch kleine Risse in den Armsehnen entwickelt. Es ist aber durchaus nicht so, dass – wie der Name Tennisarm es vermuten ließe – ausschließlich Tennisspieler unter diesem Syndrom leiden. Es handelt sich hierbei um eine allgemeine Überbelastung von Sehnen im Ellbogenbereich, die neben Tennisspielern und anderen Sportlern, z. B. auch Menschen betreffen kann, die lange Bürotätigkeiten ausüben oder bestimmte Instrumente spielen. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber erklärt den Tennisarm, Ursachen, Symptome und Therapie.

Warum „Tennisarm“?

Tennisarm
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Der Tennisarm ist rein anatomisch gesehen eine Belastung der Sehnen im Ellbogenbereich. Durch Überlastung und immer wiederkehrende Bewegungen in diesem Bereich können Schmerzen – zunächst auf Druck und später auch den gesamten Arm entlang –, bis ins Handgelenk auftreten. Tennis ist deswegen namensgebend für diese Beschwerden, weil gerade beim Tennis diese Körperregion besonders häufig und stark beansprucht wird und die Symptome, die unter dem Begriff Tennisarm bekannt sind, deswegen bei Tennisspielern auch häufig vorkommen.

Tennisarm: Symptome

Es ist davon auszugehen, dass die ständige Wiederholung ein- und derselben Bewegung zu einer Überreizung der Sehnen im Bereich des Ellbogens führt. Hier, an der Außenseite des Ellbogens, entstehen dann auch die ersten Schmerzen, zunächst nur auf Druck, später schmerzen auch andere an den Ellbogen angesetzte Muskeln, wie zum Beispiel die Fingermuskeln. Werden Arm und Handgelenk weiter beansprucht, schmerzt auch das Handgelenk und es fühlt sich geschwächt an. Durch den hier verlaufenden Nerv können Sie mit diesem Handgelenk auch nicht mehr richtig zugreifen.

Tennisarm: Ursachen

Tennisspielen ist somit also nicht mehr wirklich möglich. Die überlastete Sehne macht es unmöglich, kleine Risse in den Verbindungen von Muskeln und Knochen schwächen je nach Ausprägung des Tennisarms den gesamten Arm, inklusive Hand. Die Ursache hierfür muss aber nicht die Armhaltung und Belastung beim Tennisspielen sein. Auch andere Sportarten wie Rudern, Kanu, Volleyball oder Wurfsportarten sowie sich ständig wiederholende Tätigkeiten im Beruf sind mögliche Ursachen für den Tennisarm. Letztere vor allem dann, wenn die arbeitende Hand bei gebeugtem Arm kräftig zugreifen muss (z. B. Schrauben, Hämmern oder Sägen).

Tennisarm: Diagnose

Wenn Sie die oben beschriebenen Symptome in Ihrem Arm oder vielleicht auch schon im Bereich des Handgelenks bemerken, sollten Sie einen Physiotherapeuten aufsuchen. Der Experte wird auf Ihre Schilderungen hin feststellen, ob eine Indikation für einen Tennisarm vorliegt. Dafür wird zunächst durch Abtasten auf den typischen Druckschmerz im Ellbogenbereich hin getestet. Da aber auch gewisse andere Krankheiten ähnliche Symptome zeigen können, könnte zusätzlich zur Diagnose eine Röntgenaufnahme angeordnet werden.

Wie heilt man den Tennisarm?

Anschließend wird Ihr Physiotherapeut Ihnen die Herangehensweise zur Therapie des Tennisarms erläutern. Diese hängt zunächst einmal von der Schwere Ihrer Beschwerden ab: Bei leichteren Beschwerden kann der Tennisarm akut gekühlt und bei chronischen Symptomen gewärmt werden. Auch der regelmäßige Besuch zur Physiotherapie ist meistens ein Therapie-Ansatz. Dabei können Behandlungen mit Ultraschallwellen oder Stoßwellen herangezogen werden, in schweren Fällen kann auch eine Nervenblockade hilfreich sein oder eine Operation ist vonnöten.

Tennisarm: Hausmittel

Doch soweit kommt es beim Tennisarm natürlich nicht in vielen Fällen. Professionelle Sportler wissen ohnehin meist um die Risiken ihrer Sportart für den Körper und können dessen Signale meist sehr gut und früh deuten. Wenn also auch Sie derartige Tennisarm-Symptome verspüren, machen Sie einen Termin bei einem Physiotherapeuten und nehmen danach schon einmal selbst Ihren Heilungsprozess in die Hand:

Training

Machen Sie entspannende Übungen mit dem Tennisarm. Strecken Sie ihn aus und drehen die Hand nach innen. Die schmerzende Hand drehen Sie nun so, dass die Finger nach außen weisen. Halten Sie diese Position 15-20 Sekunden und wiederholen Sie sie wenigstens 10 Mal. Diese leichte Übung ist übrigens auch eine ideale Tennisarm-Vorbeugung!

Kälte

Auch mit Kälte können Sie sich selbst beim Tennisarm etwas Gutes tun. Positionieren Sie beispielsweise einen Kühlakku auf die schmerzende Stelle. Nicht vergessen: Ein Stück Stoff zwischen dem kalten Material und Ihrer Haut muss sein.

Wärme

Nachdem Sie Ihren Tennisarm zunächst gekühlt haben, belasten Sie ihn einige Tage lang gar nicht und ruhen Sie ihn aus. Danach können Sie die schmerzende Stelle mit Wärme behutsam behandeln.

Verbände und Spangen

Alternativ könnte Ihr Physiotherapeut Ihnen auch einen Verband zugutekommen lassen. Speziell bei Belastungen wie dem Tennisarm wird oftmals das Kinesiotaping verwendet, aber auch die Epicondylitis-Spange kann bei einem Tennisarm hilfreich sein.

Tennisarm: Erfolgschancen der Therapie?

Für welche Therapie auch immer Sie und Ihr Physiotherapeut sich entscheiden, grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie beginnt, desto Erfolg versprechender ist sie. Wichtig ist auch, dass Sie die Therapie mit einem Physiotherapeuten abstimmen und nicht in Eigenregie zu behandeln. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass die Therapie auch konsequent durchgeführt wird, um chronische Beschwerden zu vermeiden. Nur in solchen Fällen oder bei besonders starken Belastungen wird normalerweise eine Operation erfolgen.



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