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Tennisarm – So werden Sie ihn wieder los

Tennisarm – So werden Sie ihn wieder los

Unter dem Begriff Tennisarm ist ein muskuläres Belastungssyndrom bekannt, das sich durch kleine Risse in den Armsehnen entwickelt. Es ist aber durchaus nicht so, dass – wie der Name Tennisarm es vermuten ließe – ausschließlich Tennisspieler unter diesem Syndrom leiden. Es handelt sich hierbei um eine allgemeine Überbelastung von Sehnen im Ellbogenbereich, die neben Tennisspielern und anderen Sportlern, z. B. auch Personen betreffen kann, die lange Bürotätigkeiten ausüben oder bestimmte Instrumente spielen. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber erklärt den Tennisarm, Ursachen, Symptome und Therapie.

Warum „Tennisarm“?

Tennisarm
© humonia - istockphotos.com

Der Tennisarm ist rein anatomisch gesehen eine Belastung der Sehnen im Ellbogenbereich. Durch Überlastung und immer wiederkehrende Bewegungen in diesem Bereich können Schmerzen – zunächst auf Druck und später auch den gesamten Arm entlang –, bis ins Handgelenk auftreten. Tennis ist deswegen namensgebend für diese Beschwerden, weil gerade beim Tennis diese Körperregion besonders häufig und stark beansprucht wird und die Symptome, die unter dem Begriff Tennisarm bekannt sind, deswegen bei Tennisspielern auch häufig vorkommen.

Tennisarm: Symptome

Es ist davon auszugehen, dass die ständige Wiederholung ein- und derselben Bewegung zu einer Überreizung der Sehnen im Bereich des Ellbogens führt. Hier, an der Außenseite des Ellbogens, entstehen dann auch die ersten stechenden Schmerzen, zunächst nur auf Druck, später schmerzen auch andere an den Ellbogen angesetzte Muskeln, wie zum Beispiel die Fingermuskeln. Werden Arm und Handgelenk weiter beansprucht, schmerzt auch das Handgelenk und es fühlt sich geschwächt an. Durch den hier verlaufenden Nerv können Sie mit diesem Handgelenk auch nicht mehr richtig zugreifen. Ein Tennisellenbogen hat somit Auswirkungen auf den gesamten Arm, weshalb möglichst schnell eine Tennisarm Behandlung eingeleitet werden sollte. Andernfalls können bestimmte Bewegungsabläufe, darunter die schmerzverursachenden Bewegungen, nicht mehr schmerzfrei ausgeführt werden. Doch nicht nur die Schmerzen, auch sichtbare Schwellungen und Hautrötungen am äußeren Ellenbogen deuten auf eine Entzündung hin.

Tennisarm: Ursachen

Tennisarm
© :medicalstocks - istockphotos.com – Der Schmerz bei einem Tennisarm ist am äußeren Epicondylus (Knochenfortsatz) des Oberarmknochens spürbar.

Am Ellenbogen bzw. am Ende des Oberarmknochens befinden sich der Epicondylus. Damit ist ein Knochenvorsprung gemeint, von dem es zwei Stück gibt, einmal auf der Innenseite und einmal auf der Außenseite des Ellenbogens. An ihnen befinden sich die Sehnenansätze, die bei einer Überbelastung der Muskulatur kleinste Verletzungen erhalten, die man als Mikrotraumen bezeichnet. Das dadurch veränderte Sehnengewebe entzündet sich mit der Zeit. Ist der äußere Sehnenansatz betroffen, sprechen wir von einem Tennisarm oder auch Tennisellenbogen, lat. Epicondylitis radialis humeri. Sind die Entzündungen an der Innenseite des Ellenbogens, handelt es sich um einen Golferellenbogen bzw. Golferarm, lat. Epicondylitis ulnaris humeri.

Bei einem Tennisarm ist – entgegen der ersten logischen Annahme – Tennisspielen nicht mehr wirklich möglich. Die überlastete Sehne macht es unmöglich; kleine Risse in den Verbindungen von Muskeln und Knochen schwächen je nach Ausprägung des Tennisarms den gesamten Arm, inklusive Hand. Die Ursache hierfür muss aber nicht die Armhaltung und Belastung beim Tennisspielen sein. Auch andere Sportarten wie Rudern, Kanu, Volleyball oder Wurfsportarten sowie sich ständig wiederholende Tätigkeiten im Beruf sind mögliche Ursachen für den Tennisarm. Letztere vor allem dann, wenn die arbeitende Hand bei gebeugtem Arm kräftig zugreifen muss (z. B. Schrauben, Hämmern oder Sägen).

Weitere Ursachen für einen Tennisarm sind u.a.:

  • Das Spielen von Musikinstrumenten (z. B. Violine oder Klavier)
  • Computerarbeiten mit Tastatur und Maus, Stichwort "Mausarm"
  • Handwerkliche Tätigkeiten, z. B. Malerarbeiten
  • Häufige Gartenarbeiten
  • Die Arbeit an schweren Maschinen
  • Heben schwerer Lasten

Tennisarm: Diagnose

Wenn Sie die oben beschriebenen Symptome in Ihrem Arm oder vielleicht auch schon im Bereich des Handgelenks bemerken, sollten Sie einen Physiotherapeuten aufsuchen. Der Experte wird auf Ihre Schilderungen hin feststellen, ob eine Indikation für einen Tennisarm vorliegt. Dafür wird zunächst durch Abtasten auf den typischen Druckschmerz im Ellbogenbereich hin getestet. Da aber auch gewisse andere Krankheiten ähnliche Symptome zeigen können, könnte zusätzlich zur Diagnose eine Röntgenaufnahme angeordnet werden.

Tennisarm Behandlung: Wie heilt man den Tennisarm?

Anschließend wird Ihr Physiotherapeut Ihnen die Herangehensweise zur Therapie des Tennisarms erläutern. Diese hängt zunächst einmal von der Schwere Ihrer Beschwerden ab: Bei leichteren Beschwerden kann der Tennisarm akut gekühlt und bei chronischen Symptomen gewärmt werden, wodurch auch die akuten Schmerzen abnehmen. Auch der regelmäßige Besuch zur Physiotherapie ist meistens ein Therapie-Ansatz. Dabei können Behandlungen mit Ultraschallwellen oder Stoßwellen herangezogen werden, die bei der körpereigenen Genesung helfen sollen. In schweren Fällen kann auch eine Nervenblockade hilfreich sein oder eine Operation ist vonnöten.

Ziel aller Therapien ist, die akute Entzündung zu stoppen und eine Zugentlastung des Sehnenansatzes zu bewirken. Letzteres kann in schweren Fällen auch mit injiziertem Botox erreicht werden.

Medikament wie Rheumamedikamente (Antiphlogistika), diverse Schmerzmittel, Kortisonspritzen und pflanzliche Präparate können ebenfalls verschrieben werden, sind aber allein oft nicht ausreichend, um eine vollständige Heilung zu bewirken.

Patienten, die auch gerne auf alternative Heilmethoden zurückgreifen, können es mit Osteopathie versuchen. Hierbei werden u.a. die Muskeln, Sehnen, Schultern und Handgelenke manuell auf Blockaden hin untersucht und gelockert, wodurch die Durchblutung gefördert und eine Selbstheilung stimuliert wird.

Tennisarm: Operation nur selten nötig

Eine Tennisarm Operation ist nur in schwierigen Fällen notwendig. Zieht sich die Erkrankung jedoch über einen längeren Zeitraum und keine Therapie zeigt Wirkung oder die Symptome tauchen nach anfänglicher Genesung immer wieder erneut auf, kann eine OP in Erwägung gezogen werden. Auch bei konkreten Sehnenrissen kann eine Operation erforderlich sein.

Die Operation erfolgt ambulant oder in Teilnarkose. Dabei werden kleine Einschnitte in die betroffenen Sehnen gemacht, um diese zu entlasten. Zusätzlich kann auch ein Nerv mit Strom abgetötet werden, wodurch die Schmerzweiterleitung zu unterbinden. Wichtig ist die Schonzeit direkt nach der OP und das Vermeiden schwerer Lasten und Tätigkeiten für vier bis sechs Wochen. 

Tennisarm: Hausmittel

Doch soweit kommt es beim Tennisarm natürlich nicht in vielen Fällen. Professionelle Sportler wissen ohnehin meist um die Risiken ihrer Sportart für den Körper und können dessen Signale meist sehr gut und früh deuten. Wenn also auch Sie derartige Tennisarm-Symptome verspüren, machen Sie einen Termin bei einem Physiotherapeuten und nehmen danach schon einmal selbst Ihren Heilungsprozess in die Hand:

Training

Machen Sie entspannende Übungen mit dem Tennisarm. Strecken Sie ihn aus und drehen die Hand nach innen. Die schmerzende Hand drehen Sie nun so, dass die Finger nach außen weisen. Halten Sie diese Position 15-20 Sekunden und wiederholen Sie sie wenigstens 10 Mal. Diese leichte Übung ist übrigens auch eine ideale Tennisarm-Vorbeugung! Generell sind Übungen zur Kräftigung der Unterarm- und Handgelenksmuskulatur langfristig dazu gedacht, einem Tennisarm vorzubeugen.

Massage

Massagen lindern Spannungen und entlasten die Sehnen. Das geht auch mithilfe einer Selbstmassage an Unter- und Oberarmen. Massieren Sie dazu beispielsweise den Trizeps, der sich an der Rückseite Ihres Oberarms befindet. Hierfür müssen Sie den Arm anheben, den Muskel zangenartig packen und für kurze Zeit die schmerzenden Stellen zwischen den Fingern kneten.

Kälte

Auch mit Kälte können Sie sich selbst beim Tennisarm etwas Gutes tun. Positionieren Sie beispielsweise einen Kühlakku auf die schmerzende Stelle. Nicht vergessen: Ein Stück Stoff zwischen dem kalten Material und Ihrer Haut muss sein.

Wärme

Nachdem Sie Ihren Tennisarm zunächst gekühlt haben, belasten Sie ihn einige Tage lang gar nicht und ruhen Sie ihn aus. Danach können Sie die schmerzende Stelle mit Wärme behutsam behandeln.

Salben

Spezielle schmerzlindernde Salben (z. B. mit Diclofenac) zur äußeren Anwendung schaffen erster Linderung und sind gut geeignet, um etwaige Wartezeiten zum nächsten Arzttermin zu überbrücken. Der Arzt kann später entzündungshemmende Salben, Gele und Medikamente verschreiben.

Bäder

Ähnlich wie schon Salben haben auch Bäder mit speziellen Badezusätzen (z. B. Heublume oder Rosmarinöl) eine erste schmerzlindernde Wirkung. Der Gang zum Arzt bleibt Ihnen bei bleibenden Beschwerden aber auch hiermit nicht erspart.

Epicondylitis-Spange
© Horsche - istockphotos.com

Verbände, Bandagen und Spangen für den Tennisellenbogen

Speziell bei Belastungen wie dem Tennisarm wird oftmals das Kinesiotaping verwendet. Spezielle Anleitungen zeigen, wie das Tape richtig angewendet wird. Alternativ könnte Ihr Physiotherapeut Ihnen auch einen Verband zugutekommen lassen, der als Epicondylitis-Spange bezeichnet wird. Dieser wird über dem Ellenbogen und dem Handgelenk getragen. Die Bandage übt mithilfe eines kleinen Kissens Druck auf die betroffenen Sehnen und Muskeln des Unterarmes aus, wodurch die Streckmuskeln- und Sehnen entlastet werden. Dadurch wird der Arm geschont, ohne dabei den Bewegungsablauf zu stören oder einen Muskelabbau zu fördern.

Tennisarm: Erfolgschancen der Therapie?

Für welche Therapie auch immer Sie und Ihr Physiotherapeut sich entscheiden, grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie beginnt, desto Erfolg versprechender ist sie. Wichtig ist auch, dass Sie die Therapie mit einem Physiotherapeuten abstimmen und nicht in Eigenregie behandeln. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass die Therapie auch konsequent durchgeführt wird, um chronische Beschwerden zu vermeiden. Nur in solchen Fällen oder bei besonders starken Belastungen wird normalerweise eine Operation erfolgen.

Um zu gewährleisten, dass die Therapie nicht umsonst war und der Tennisarm chronisch wird, muss natürlich auch die eigentliche Ursache "behandelt" werden. Die verursachenden Bewegungsmuster, wie z. B. das Arbeiten am PC, müssen so optimiert werden, dass sie in Zukunft nicht erneut einen Tennisarm hervorrufen. Beispielsweise kann zukünftig eine ergonomische Maus verwendet werden, falls sich die Ursache am Computer findet. Bei einigen Tätigkeiten gibt es kaum Änderungsmöglichkeiten. In solchen Fällen sollte öfters pausiert werden und kleine Trainingseinheiten bzw. andere Bewegungsabläufe durchgeführt werden.



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