Fango: Wirkungsweise der Fango-Therapie

Fango ist jedem Physiotherapeuten ein Begriff. Dabei handelt es sich um einen im wahrsten Wortsinne heilenden Schlamm, der zum Zwecke der Physiotherapie aus vulkanischem Mineralgestein gewonnen wird. Bevor Fango seine therapeutische Wirkung entfalten kann, muss er ein Jahr reifen. Hierzulande stammt Fango meistens aus Italien, aber auch deutsche Quellen liefern den heilenden Schlamm. Unser 11880.com-Physio-Ratgeber sagt, wie Fango wirkt und wann eine Fango-Therapie hilfreich sein kann.

Was ist Fango?

© Ridofranz - istockphotos.com
fango

Fango ist ein mineralreicher Schlamm, der aus vulkanisch geprägten Gebieten gewonnen wird. Hiesige Physiotherapeuten nutzen zum Beispiel Fango aus Italien, aber auch in Deutschland gibt es mit der Eifel oder Bad Neuenahr Quellen für den heilenden Schlamm. Fango hat eine Farbe, die sich aus Grün, Grau und Braun zusammensetzt. Die mineralische Zusammensetzung besteht unter anderem aus Kieselsäure, Tonerde, Eisenoxid oder Magnesium. Nach mindestens einem Jahr und durch Kontakt mit Sonne, Luft und Thermalwasser ist Fango reif für die Physiotherapie.

Wie wird Fango aufgetragen?

Dabei wird der Schlamm in einer Packung, einem Umschlag oder auch in einem Bad verabreicht. Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle und kann je nach Behandlungsziel kalt, warm oder auch heiß sein. Bei der gängigen warmen Anwendung (ca. 50 °C) wird der Körper mit einer ca. 2 cm dicken Fango-Schicht bedeckt und zur Wärmespeicherung mit Tüchern oder Folie bedeckt. Dieser Zustand wird zwischen 20 und 40 Minuten aufrechterhalten und anschließend wird der Fango-Schlamm mit Wasser abgespült. Die Wirkung: Der Körper nimmt die Mineralstoffe des Schlamms durch die in der Wärme geöffneten Poren gut auf. Unterstützt werden kann dieser Aspekt durch eine anschließende Massage und/oder warmes Einwickeln.

Was bewirkt Fango?

Während der Behandlung mit Fango dringen die heilenden Stoffe über die Haut mehrere Zentimeter in den Körper ein und entfalten dort ihre heilenden Wirkungen. Dabei erlebt nicht nur die Haut positive Effekte: Fango regt die Durchblutung und den Stoffwechsel an und begünstigt somit die Regeneration von Gelenken, Muskeln oder Bändern. Schmerzen in Muskeln oder Gelenken können kuriert werden und das Immunsystem wird deutlich gestärkt, während gleichzeitig auch der Blutzuckerspiegel sinken kann.

Wann hilft Fango?

Doch vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates kommt Fango als Therapie infrage und ist somit im Repertoire vieler Physiotherapeuten. Fango kann helfen bei Schulter- und Nackenschmerzen, Sportverletzungen, Rheuma, Problemen mit der Wirbelsäule, Verspannungen der Muskulatur, Osteoporose, Arthrose, Ischiasbeschwerden und bei der Volkskrankheit Rückenschmerzen. Auch bei Beschwerden mit der Leber, der Galle oder Harnwegserkrankungen kann Fango heilend wirken und auch die Kosmetik setzt auf den Heilschlamm, etwa gegen Akne oder Schuppenflechte.

Alternative Anwendungsbereiche von Fango

Nicht nur Physiotherapeuten, sondern eben auch Schönheitsexperten setzen auf die heilende und belebende Wirkung des Heilschlamms. Fango wird gegen Hautkrankheiten eingesetzt, ist aber auch allein wegen seiner vitalisierenden Wirkung auf die Haut sehr beliebt in Wellness- und Beauty-Programmen. Doch nicht bei allen kleineren oder größeren Problemen mit Haut und Körper ist Fango zu empfehlen, denn es kann unter Umständen Wechselwirkungen bei bestimmten Beschwerden geben.

Wann auf Fango verzichten?

Es ist ganz ähnlich wie bei der Lymphdrainage: Fango hat zahlreiche positive Wirkungen bei zahlreichen Beschwerden, ist aber bei manchen Leiden ungeeignet. Sie sollten auf Fango verzichten, wenn Sie aktuell unter Entzündungen oder Infektionen leiden. Auch Durchblutungsstörungen oder Ödeme sind keine guten Voraussetzungen für eine Fango-Therapie. Zudem ist Fango nicht für Patienten mit Blutdruck-Beschwerden oder für Thrombose-Patienten zu empfehlen. Ihr Physiotherapeut wird jedoch im Zuge einer Anamnese die Verträglichkeit von Fango abschätzen können. Von einer Therapie in Eigenregie, ohne den Rat eines qualifizierten Physiotherapeuten, sollten Sie in jedem Fall absehen.

Wird Fango von der Krankenkasse übernommen?

Sofern Ihr Arzt Ihnen eine Fango-Behandlung verschreibt, übernimmt auch die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung mit dem Mineralschlamm. Je nach Krankenkasse können kleine Zuzahlungen möglich sein. Doch auch wenn Sie sich selbst – also ohne Krankenkasse – bei Ihrem Physiotherapeuten für eine Fango-Therapie entscheiden, sind die Fangopackungen mit einem Preis von bis zu 40 € noch relativ günstig – vor allem im Vergleich zu den vielen positiven Wirkungen, die sie auf Ihren Körper haben können.



Das könnte Sie auch interessieren:

Faszienbehandlung

Faszien vernetzen im Prinzip den ganzen Körper. Kommt es hier durch direkte oder indirekte Einflüsse zu Problemen, haben diese das Potenzial zu körperweiten Beschwerden zu führen. Denn Faszien befinden sich sowohl unter der Haut, an Knochen, Muskeln, Adern und Nerven sowie auch direkt um Organe herum. Welche Symptome auf Probleme mit den Faszien hindeuten und wie Physiotherapeuten bei der Faszienbehandlung vorgehen, lesen Sie hier.

Manuelle Lymphdrainage

Vor allem nach Operationen oder bei Traumata können Ödeme und Stauungen entstehen, die zu Beeinträchtigungen der Bewegungsfähigkeit und weiteren Problemen führen können. Physiotherapeuten können hier die manuelle Lymphdrainage einsetzen und durch fachmännische Handgriffe Schwellungen rückgängig machen. Wie das funktioniert und wie Physiotherapeuten bei der Behandlung vorgehen, stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Physikalische Therapie

Physiotherapeuten machen sich die Eigenschaften physikalischer Kräfte zunutze, um diese zielführend in der Therapie einzusetzen. So wird bspw. Strom zur Muskelstimulierung eingesetzt, Wärme zur Anregung des Gewebes und Kälte zur Heilung von Traumata und Rheuma. Wir fassen Ziele und Methoden der physikalischen Therapie für Sie kompakt zusammen.


Wie gefällt Ihnen diese Seite? Geben Sie mit einem Klick Ihre Bewertung ab:
4,48 - gut
25 Abstimmungen